Eine Landesausstellung für das
21. Jahrhundert

Die Schweiz hat von der Globalisierung profitiert wie kaum ein anderes Land. Unsere KMU und Grossunternehmen agieren souverän auf den Weltmärkten, Handel und Innovation brachten Wohlstand ins Land – und dennoch wachsen Zweifel. Die Schattenseiten globaler Verflechtung sind nicht mehr zu übersehen: Ungleichheiten, ökologische Schäden und neue Unsicherheiten. Zerrüttete Lieferketten, geopolitische Spannungen, Kriege und die allgegenwärtige Klimakrise zeigen, wie fragil der Wohlstand geworden ist.

 

Es braucht neue Antworten auf alte Fragen. Wie gelingt eine Globalisierung, die Umwelt und Menschen achtet? Wo bleibt die Verantwortung – und was geben wir zurück? An der künftigen Landesausstellung Svizra27, begegnet uns die Schweiz als Laboratorium für nachhaltiges Wirtschaften: aus kleinen Uhrenmanufakturen entstanden Konzerne mit weltweiter Ausstrahlung. Heute stehen deren Produktionsstätten vor dem Wandel. Gerade hier, zwischen Tradition und Aufbruch, zeigt sich die Kraft von Innovation und Zusammenarbeit.

 

Eine neue Landesausstellung ist mehr als ein Fest. Sie wäre ein Forum, das brisante Themen wie faire Handelswege, globale Standards und digitale Souveränität auslotet. Sie kann Versöhnung stiften – zwischen Gewinnern und Verlierern der Globalisierung, zwischen Ökonomie und Ökologie. Die Schweiz hat Pioniergeist bewiesen; jetzt braucht sie erneut Mut, Verantwortung zu übernehmen. Eine solche Ausstellung gibt uns die Chance, uns neu zu erfinden – gemeinsam, neugierig und selbstbewusst.

 

von Jonas Maag, Generalsekretär Svizra27