Bevor wir die Welt beeindrucken
Das Grosse beginnt im Kleinen. Vielleicht beginnt die Zukunft der Schweiz deshalb genau dort: bei uns.
Wir reden gerne über die grosse Welt. Über Globalisierung, Märkte, Krisen, Klima, künstliche Intelligenz. Wir diskutieren, wie die Schweiz international noch wichtiger werden kann. Vielleicht sollten wir zwischendurch aber wieder einmal über uns selbst reden.
Aus Selbstvertrauen, nicht aus Abschottung.
Eine neue Landesausstellung wäre dafür mehr als eine schöne Idee. Sie könnte eine Einladung sein, uns zu fragen, wer wir eigentlich sein wollen. Was verbindet uns im eigenen Land? Welche Werte sind uns wichtig? Wie wollen wir in zwanzig Jahren leben? Und was sind wir bereit, dafür zu tun?
Das klingt kleiner als der Blick auf die Welt. Ist es aber nicht. Denn gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht nicht in internationalen Gipfeln oder globalen Meetings, sondern im Alltag.
Deutschland zeigt gerade, wie schnell sich politische Unzufriedenheit verändern kann. Der Aufstieg der AfD ist nicht einfach ein deutsches Problem. Er ist auch ein Warnsignal dafür, was geschieht, wenn Menschen das Gefühl bekommen, nicht mehr gehört zu werden und keine überzeugende Perspektive zu haben.
Wir, die Schweiz sollten daraus lernen, bevor wir müssen.
Und dann dürfen wir sehr wohl wieder gross denken. Warum auch nicht. Aber vielleicht braucht es zuerst einen Ort, an dem wir uns selbst begegnen und den inneren Zusammenhalt wieder stärken, bevor wir uns zu stark auf den Rest der Welt konzentrieren. Das Grosse beginnt im Kleinen. Vielleicht beginnt die Zukunft der Schweiz deshalb genau dort: bei uns.
Von Beat Heuberger, Stv. Gesamtprojektleiter Svizra27